29.04.2020 – Rosenheim, Bildungszentrum St. Nikolaus, Pettenkoferstraße 5 , 83022 Rosenheim

Geld macht Klima: Ein Green New Deal für Europa und unsere Region?

Vortrag in der Reihe: „Anders leben, dank fairem Wirtschaften?“

Referent: Christian Gelleri

Wer Klimaziele verfolgt, macht die Rechnung oft ohne den Wirt, nämlich unser Geldsystem. Solange dieses auf Wachstum und Rendite programmiert ist, läuft es wie im Rennen zwischen Hase und Igel:

Die Hasen als Klimaschützer*innen bemühen sich um Maßnahmen, aber die „Geld-Igel“ haben in dieser Zeit schon deutlich mehr an Umwelt zerstört. Egal, wie schnell der Hase läuft, der Igel ist schon da.

Es lohnt sich also, das Geldsystem näher zu betrachten und Reformansätze dahingehend zu untersuchen, ob sie geeignet sind, die gesamte Wirtschaft klimafreundlicher auszurichten.
Wie müssten solche Regeln und Insitutionen gestaltet sein?

Auf nationaler und globaler Ebene gibt es bereits Vorschläge, die unter dem Schlagwort „Green New Deal“ Wellen schlagen. Wäre eine solche kollektive Vereinbarung auch auf regionaler Ebene möglich?

Anhand von Währungsexperimenten zeigen Beispiele aus aller Welt, dass Veränderungen von Verhalten durch eine Änderung von Geldregeln unterstützt werden. Das Geld wird damit zu einer „Krücke“, die ähnlich hilfreich sein könnte wie ein Kompass oder ein Navigationssystem.

Infostand des Klimabonus e.V. Traunstein während der Veranstaltung

04. Juni 2020 von 19:00 bis 20:30, Stadtbibliothek Magdeburg

Buchlesung mit anschließender Gesprächsrunde

Lesung aus dem Buch „Vier fürs Klima“

Der Autor Güther Wessel liest aus dem gemeinsam mit seiner Frau Petra Pinzler geschriebenen Buch über die Erfahrungen im Bereich Klimaschutz mit der gesamten Familie. Eingeladen ist der Autor vom Projekt Klimabonus, einem Projekt mit dem ein mehr Anreize für klimafreundliches Handeln geschaffen werden sollen. Dies ist eines der Ziele des Masterplans Klimaschutz der Stadt Magdeburg.

Die Frage nach dem richtigen, fröhlichen aber umweltbewussten Leben in Zeiten des Klimawandels beschäftigt viele: „Wie reduzieren wir unseren ökologischen Fußabdruck?“ Die Familie Pinzler-Wessel hat es ein Jahr lang versucht. Ihre anregenden und mutmachenden Erlebnisse und Recherchen präsentieren sie in diesem alltagsprallen Buch. Ein Weg, der für alle praktikabel ist und wesentlich mehr Spaß macht als Verzicht erfordert. Wollen wir den Temperaturanstieg auf zwei Grad beschränken, müssen wir unseren CO2-Verbrauch reduzieren. Wie lebt es sich damit? Ist der eingelagerte Bioapfel klimafreundlicher als der aus Chile? Schwein oder Rind? Bahn oder Fernbus? Oder sind alle Mühen vergeblich, weil eine Familie gar nicht viel bewirken kann?

Familie Pinzler-Wessel hat es ausprobiert. Sie hat versucht, für alle Vier gute Kompromisse im Alltag zu finden. Sie haben akribisch recherchiert und ein Haushaltsbuch der kleinen Klimasünden geführt. In diesem lebensnahen Bericht ihres Selbstversuches erzählen sie, was gut geht, was nicht und um welche Erfahrungen sie reicher sind.

Mitarbeiter im Projekt Klimabonus des BUND Sachsen-Anhalt besuchten Anfang Februar 2020 das Cheiner Torfmoor im Norden von Sachsen-Anhalt. Olaf Olejnik, vom Projektbüro „Grünes Band“, führte sie von Salzwedel aus zu den Artenreichen Feuchtwiesen in diesem Gebiet und zum angrenzenden Erlenbruchwald im ehemaligen Salzwedler Stadtforst.

Die Wiesen sind von einem Netz von Entwässerungsgräben durchzogen. Durch den Einbau von wasserregulierenden Sohlschwellen wird ausserhalb des Mahdzeitraums der Grundwasserspiegel angehoben. Der Zeitpunkt des Mähens wird unter Gesichtspunkten des Naturschutzes mit den Landwirten abgestimmt. Dadurch finden seltene Tier- und Pflanzenarten sehr gute Lebensbedingungen. Über sechstausend Orchideen sind in diesem Gebiet beheimatet, unter anderem das Breitblättrige Knabenkraut.

Wertvoll ist diese besondere Bewirtschaftung nicht nur für den Naturschutz, sondern auch für den Klimaschutz. Wenn Moore entwässert werden, können große Mengen klimaschädlicher Gase freigesetzt werden. Intakte Moore hingegen sind ein idealer CO2-Speicher und legen das klimaschädliche Gas dauerhaft fest. Hierzu verständigten sich Dieter Leupold als Leiter des Projektbüros „Grünes Band“ mit Christian Gelleri, dem Leiter „Klimabonus“ – Projekts. Im Rahmen des Projekts Klimabonus soll das CO2-Speicherpotential des Cheiner Torfmoors ermittelt werden.

Christian Gelleri (Projekt Klimabonus), Olaf Oljenik (Projektbüro „Grünes Band“) und Frank Jansky (Projekt Klimabonus) (v.r.n.l.) besichtigen eine artenreiche Feuchtwiese des Cheiner Torfmoores. (Foto: Joris Spindler)

Pünktlich Anfang des Jahres 2020 wurde nun das erste Infomaterial zum Klimabonus fertiggestellt und ausgeliefert. Das Paket besteht aus der Spendenbox für Klimaschutzprojekte und unseren Infoflyer. Das Paket ging in Richtung Berlin auf Reisen. Auf der Grünen Woche wird der Klimabonus präsentiert. Wir hoffen, dass sich die Spendenbox dort schnell mit Klimaboni füllen wird. Erste Initiativen haben sich bei uns gemeldet und um Unterstützung angefragt. In den nächsten Wochen wird in ausgewählten Geschäften mit klimafreundlichen Angeboten im Chiemgau, Marburg und Magdeburg die Spendenbox und unser Infomaterial dann auch vor Ort zu finden sein.

Download des Flyers von Januar 2020 (Druckerei-Version)

Download des Flyers von Januar 2020 (DIN A4-Version)

Gründung des Klimabonus e.V.
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Am 19. Dezember 2019 wurde in Traunstein der neue Verein Klimbonus e.V. gegründet.

Zum Vorsitzenden wurde Stefan Schulte gewählt, als Stellvertreter wurden Frank Jansky und Heike Talhammer benannt. Als Beisitzer fungieren Anneliese Kiermaier, Franziska Bender und Bernd Malcherek.

Weitere Informationen über den Klimabonus e.V.